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Neuigkeiten und Termine

Aktuelle Informationen für alle Selbsthilfe-Interessierten

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Hier finden Sie eine zeitlich chronologische Übersicht über aktuelle Nachrichten aus der Selbsthilfelandschaft im Landkreis Vechta, zum Beispiel über Veranstaltungen und Fortbildungen, Zusammenkünfte, Cafe-Netzwerk, Gesamttreffen und Gruppenneugründungen. Gerne nehmen wir hier auch Ihre geplante Veranstaltung auf, um andere Interessierte zu informieren. Sie können sich dazu telefonisch bei uns melden, oder jederzeit eine E-Mail schreiben. Wir kümmern uns.

Unsere Veranstaltungsübersicht 2017 für und von Selbsthilfegruppen im Landkreis Vechta finden Sie hier:

Deckblatt Veranstaltungsübersicht 2017

Veranstaltungsübersicht 2017

Neuigkeiten

Der Frühling kommt - und das mit der Selbsthilfe

Am 28. + 29. April feiert ganz Vechta den Frühling! Auf dem Frühjahrsmarkt bietet die Stadt Vechta in Kooperation mit MOIN VECHTA ein vielfältiges Programm an. Stelzenläufer als Frühlingsboten, Kleinkunstdarbietungen, Ballondreher und eine Marching Band werden das Publikum begeistern.

Dazu gehört neben dem klassischen Angebot an Verkaufsständen, Kinderkarussells und Spielgeschäften bereits zum dritten Mal auch das Fest Frühlinklusive am Sonntag (29. April) ab 13 Uhr. Gemeinsam mit dem Andreaswerk Vechta, dem Landes-Caritasverband, den Selbsthilfegruppen im Landkreis Vechta, der AOK und kirchlichen Gruppen werden wieder verschiedenste Aktionen angeboten. Dabei stehen die Themen Inklusion und Selbsthilfe im Mittelpunkt. Die Initiatoren laden zum Dialog von Menschen mit und ohne Handicap ein.

Die Selbsthilfegruppen informieren an zahlreichen Ständen über verschiedene Gesundheitsthemen, sie laden zu Mitmachaktionen und Vorführungen ein. Es gibt ein vielfältiges und unterhaltsames Bühnenprogramm für Jedermann.

Moderiert wird das Bühnenprogramm von DJ Nucki, der an diesem Tag Musik auflegen und zusammen mit einem Mitarbeiter des Andreaswerks Musik machen wird. Das Duo "drauf&dran" zeigt in seinen trickreichen Jonglage-Shows was so alles möglich ist und durch die Luft gewirbelt werden kann. Der bekannte Pantomime Herr Pomorin präsentiert ein Stück mit dem Thema "Ein Mensch findet seinen Weg" auf.

Die inklusive Band des Sonnenhofs in Deindrup spielt einige Stücke aus seinem Repertoire. Die Tanzschule Sandmann hat eigens einen integrativen Tanzkurs auf die Beine gestellt- gemeinsam haben dort Menschen mit und ohne Handicap eine Tanzvorführung einstudiert, der am Sonntag erstmals öffentlich aufgeführt wird.

Porsche-Cup-Fahrer Larry ten Voorde (Firma tolimit/projekt1 aus Lohne) wird am Zelt der Selbsthilfe vor Ort sein und einen waschechten Renn-Porsche präsentieren. Auch Weihbischof Wilfried Theising wird das Selbsthilfe-Zelt besuchen. Dort informieren folgende Selbsthilfegruppen:

• Stottern & Selbsthilfe Vechta

• Mensch zuerst - Netzwerk People First Deutschland e.V.

• Landesverband Niere Niedersachsen e.V.

• Gesprächskreis pflegende Angehörige Demenz

• Lichtblicke Vechta

• Offenes Ohr

• Treffpunkt Kehlkopfoperierte und Angehörige

• Selbsthilfegruppe Spielsucht

• Visbeker Lebenskraft

• Selbsthilfegruppe Lungenerkrankte

• Kinderherzhilfe Vechta

• Beirat für Menschen mit Behinderungen

Neues P+R Angebot

Damit das frühlingshafte Erlebnis in Vechta schon bei der Anfahrt aufkommt, wird es einen ganz besonderen Service geben: Zwei kostenlose "Park+Ride" Shuttles. Mit der Linie 1 gelangt man am Sonntag halbstündlich ausgehend vom Parkplatz Nemann bis zur Post. Linie 2 verkehrt am Sonntag zwischen Post und dem Parkplatz Pferdezentrum.

Die ersten Shuttle-Busse starten um jeweils 12:30 Uhr an den Standorten Nemann und Pferdezentrum und pendeln im 30-Minuten-Takt. Um 18:30 Uhr starten die letzten Shuttles bei der Post. Die Shuttle-Standorte werden deutlich beschildert. Somit werden alle Bereiche noch stärker miteinander verknüpft und den Menschen aus Nah und Fern eine große Unterstützung bei der Parkplatzsuche geboten.

Der Frühjahrsmarkt beginnt bereits am Samstag (28. April) um 11 Uhr. Am Sonntag (29. April) ist um 13 Uhr Marktbeginn. Dann startet auch das Frühlinklusive-Fest. Die Große Straße ist ab Freitagabend (27. April) um 18 Uhr bis einschließlich Sonntagabend für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Am Sonntag haben auch die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Text: Volker Kläne

Wenn der Kopf nur noch um Kalorien kreist

40-Jährige gründet neue Selbsthilfegruppe für Essgestörte in Damme - Beginn des Leidens im Alter von zwölf - Prof. Dr. Hinze-Selch: Störung kann lebensbedrohlich werden - Wunsch, Thema aus Tabuzone zu holen

Damme / Landkreis Vechta (LCV) Es gibt Momente, da durchschaut sie selbst, was sie macht. Und dann wieder ist sie gefangen in ihrem Kreisen um’s Abnehmen, um Kilos und Kalorien.

Angefangen hat für Petra alles mit zwölf: "Du hast ja voll den dicken Bauch", erinnert sich die gut 40-Jährige an ein Hänseln im Schwimmbad. Und in der Tat: Über die Models beim Musiksender  MTV sagt sie irgendwann: "Die sehen toll aus." Schlank-sein wird ihr Ideal. Ihr Selbstwertgefühl sei damals nicht überaus stark gewesen, erinnert sie sich heute.

Mit der Folge, dass die Teenagerin das Abendessen weg lässt, lieber zu Knäckebrot greift als zu anderem und vermehrt Obst ist.

Folgen der Magersucht: Sogar Knäckebrot wird vorher auf die Waage gelegtFolgen der Magersucht: Sogar Knäckebrot wird vorher auf die Waage gelegt

Tiefpunkt ihres Gewichtes: 52 Kilo bei mehr als 170 Zentimeter Körpergröße. "Viel Zeit und Kraft sind da hineingegangen", schildert Petra ihr Leben im Alter von 17 und 18 Jahren.

Drei Methoden habe sie angewandt: Hunger, exzessiven Sport oder auch Erbrechen. Eine kurze Phase der Esssucht habe sie als noch schlimmer erlebt, "weil ich da keine Kontrolle mehr hatte." Und überhaupt: Essen sei einfach immer Thema gewesen.

Wie es das auch heute noch für sie ist: "Frühstücken tue ich nicht", beschreibt sich die erwachsene Frau. "Mittags gibt’s ein Brot und abends erst mal jede Menge Obst." Und erst, wenn der Tag zu Ende, der Stress abgefallen sei, gönne sie sich das, was ihr Körper brauche, um in Alltag und Beruf ihre Frau zu stehen. Eine Weise, mit der sie sich eingerichtet habe zu leben.

Und doch ist es ihr auch heute noch am liebsten, wenn sie alleine essen kann, und sie niemand auf das Thema anspricht.

Folgen der Magersucht: Sogar Salat wird vorher auf die Waage gelegtFolgen der Magersucht: Sogar Salat wird vorher auf die Waage gelegt


Damit gehört Petra zu dem einen Prozent der Frauen, die in Deutschland an Magersucht leiden. "Wobei es eine hohe Dunkelziffer gibt", so die Fachärztin für Psychotherapie und Psychiatrie, Professor Dr. Dunja Hinze-Selch (Neuenkirchen-Vörden). Auch die Zahl der Frauen, die nicht am Vollbild der Magersucht litten, liege weit höher.

"Viele der Betroffenen haben lange Zeit keine Krankheitseinsicht", weiß die Expertin für Ernährungsmedizin. In ihrem täglichen Kampf um Macht und Autonomie hätten sie vielmehr das Lebensgefühl: "Ich hab’s im Griff. Ich bin top." Dabei hätten die Betroffenen durchaus immer "einen Wolfshunger", den es zu beherrschen gelte.

Ihr Rat in Anbetracht einer Störung, die auch tödlich verlaufen könne: Die selbst herbeigeführte Mangelernährung "nicht auf die leichter Schulter nehmen". Professionelle Behandlungen seien heute keine "Kampftherapien mehr, bei denen es nur darum ginge, einen bestimmten Bodymaßindex nicht mehr zu unterschreiten. Ziel sei vielmehr, "wieder mehr Freiheit für das Leben zu gewinnen", so Hinze-Selch. Und zu erkennen, welche Funktion das gestörte Essverhalten im Leben habe.

Für einen ersten, sehr guten Schritt hält die Medizinerin Selbsthilfegruppen. In der sich Petra beispielsweise wünscht, "Seelenballast loszuwerden und neue Sichtweisen zu bekommen". Bei früheren, aber weit entfernt tagenden regelmäßigen Treffen habe sie diese Erfahrung gemacht. "Im Erzählen geht einem manchmal selbst auf, welch einen Unsinn man macht", sagt sie.

Auch erhofft sie sich damit, dass die Themen ‚Magersucht‘ und ‚Essstörung‘ aus der Tabuzone herauskommen und alle einen offeneren Umgang damit finden. Ein erstes Treffen der neuen Selbsthilfegruppe findet am Donnerstag, 7.12., um 17 Uhr in Damme statt. Weitere Infos bei der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe im Landes-Caritasverband, Madlen Seelhoff, Tel. 04441/8707-632.

Aus dem Loch der Depression heraussteigen

Veranstaltung der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe am 25.10. im Vechtaer ‚Haus der Caritas‘

Vechta (LCV) "Wege aus der Depression" ist eine Veranstaltung der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe im Landkreis Vechta am Mittwoch, 25. Oktober. In der Zeit von 18 bis 19.30 Uhr wird der Leitende Arzt der Karl-Jaspers-Klinik, Dr. Claus Bajorat, im Vechtaer ‚Haus der Caritas‘ (Neuer Markt 30) über die Krankheit sprechen, an der in Deutschland alleine vier Millionen behandlungsbedürftige Patienten leiden - so die Ausschreibung.

Schwerpunkte des Vortrags wird Depression im Alter sein sowie Möglichkeiten, die sich durch Selbsthilfe ergeben. Anmeldung zu der kostenfreien Veranstaltung beim Landes-Caritasverband, Tel. 04441/8707-625. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Als junger Mensch auf die große Leinwand kommen

Kontaktstelle Selbsthilfe sucht Schauspieler und Ideen für Kinospot

Vechta / Cloppenburg (LCV) Als junger Mensch auf die große Leinwand kommen: Diese Möglichkeit bietet die Selbsthilfearbeit in der Region Weser-Ems am Mittwoch, 27. September, in Vechta. Zu 17 Uhr werden alle 18- bis 35-Jährigen eingeladen, die Interesse haben, bei einem Spot zum Thema "Junge Selbsthilfe" mitzuwirken. Entweder als Schauspieler oder als jemand, der Ideen für einen 30 Sekunden langen Film mitbringt.

Gezeigt wird der Streifen nach seiner Produktion durch eine Hamburger Firma ein Jahr lang in allen Kinos in den Landkreisen Vechta, Cloppenburg, Delmenhorst sowie der Wesermarsch. "Unser Ziel ist, junge Menschen auf das einfache wie geniale Prinzip der Selbsthilfe aufmerksam zu machen", so Melanie Fischer von der Kontaktstelle Selbsthilfe im Landkreis Vechta.

LCV Selbsthilfe in Südoldenburg sucht Mitspieler für KinospotMelanie Fischer und Cordon Pollock

Mitgetragen wird die Initiative darüber hinaus durch die Selbsthilfe-Kontaktstellen in den Landkreisen Cloppenburg, Delmenhorst sowie dem Kreis Wesermarsch. Finanzier des professionellen Werbefilms ist die AOK.

Umgesetzt wird die Idee durch die 21-jährige Darja Moskovcuk aus Cloppenburg sowie Gordon Pollock aus Papenburg. Der 24-jährige Student des Faches "Management sozialer Dienstleistungen" an der Universität Vechta absolviert derzeit ein zehnwöchiges Praktikum beim Landes-Caritasverband für Oldenburg. Weitere Infos: Kontaktstelle Selbsthilfe, Tel. 04441/8707-0.

Beitrag / Interview DBSV

Der 32 minütige Beitrag wurde im Juli 2017 vom BVN Radio veröffentlicht. In dem Interview stellen Personen Orte vor, an denen sich Menschen begegnen, Erfahrungen, Hilfe und Freude teilen.

Wir besuchen für Sie Treffen der Stammtische der Regionalvereine der niedersächsischen Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe. Unter anderem gibt die Bezirksgruppenvorsitzende des Oldenburger Münsterlandes Frau Hildegard Stukenborg ein Interview.

Interview

Körperlich am Ende, geistig auf der Höhe

Landkreis Vechta (LCV). Sie kann auch lachen über ihre Krankheit: Martha. Ihren echten Namen will die 87-Jährige nicht nennen, auch wenn es ihr nicht peinlich ist, dass sie Parkinson hat. Vor gut zwei Jahren ist das durch einen Neurologen festgestellt worden.

Eine enge Vertraute wolle es ihr immer noch nicht glauben. "Du zitterst nicht. Du hast kein Parkinson", sage die. Doch Martha weiß es besser.

"Wenn ich mich körperlich oder geistig anstrenge, zittere ich danach sehr wohl", weiß sie. Zusammen mit Melanie Fischer von der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe im Landes-Caritasverband will die 87-Jährige jetzt einen Gesprächskreis für gleich Betroffene gründen.

Der Weg zu schon bestehenden Gruppen sei ihr zu beschwerlich, sagt die Dame mit der Goldbrille und der langen Bernsteinkette um den Hals. "Ich bin am Ende meiner Kraft", offenbart sie und zitiert kurz darauf "Gallia est omnis divisa in partes tres...", den vierzeiligen Anfang von Cäsars lateinischem Werk "De bello Gallico".
Zwar wirkt es, als müsse sie sich auf jedes Wort konzentrieren. Aus dem Internet aber habe sie sich Informationen ausdrucken lassen und gelesen, wie das in ihrem Hirn aussehe. Mit den eigenen Röntgenbildern verglichen sei sie damit zu ihrem Neurologen mit den Worten: "Ich bin mit meinem bisherigen Medikament nicht zufrieden!" Worauf der sie tatsächlich auf andere Tabletten umgestellt habe, berichtet sie stolz.

Auch sonst lasse sie sich von der Krankheit nicht einfach in Beschlag nehmen. "Da wird gekämpft. Etwas dagegen unternommen", beschreibt sie, während sie im Laufe des Gespräches bestimmt schon dreimal aufgestanden ist, um den Gästen Süßigkeiten, Wasser oder anderes zu holen.

So ist es der gebildeten Dame aus dem Landkreis Vechta wichtig, all das zu machen, was sie noch kann: Sofakissen auf die Terrasse direkt vor ihrem Wohnzimmer zum Lüften tragen. Und auch wenn die Kraft der Beinmuskeln nachlasse, geht sie regelmäßig auf ein "Ergofahrrad mit Stufe ‚0‘". Oder läuft nur in Socken und dem Rollator fest in den Händen zwölf bis 15 mal über eine genoppte Gummimatte. "Für die Durchblutung", erklärt sie, denn von der Hüfte abwärts sei ihr Körper meist kalt.

Infos über Medikamente und die Krankheit insgesamt erhofft Martha sich vom Gesprächskreis, bei dem sie unsicher ist, ob die angesetzten 90 Minuten am Mittwoch, 21. Juni ab 15.30 Uhr im Vechtaer Niels-Stensen-Werk nicht doch 30 Minuten zu viel sind. Und einmal pro Monat genüge ihr ein solches Treffen ebenfalls. Denn auch nach dem Gespräch mit dem Journalisten braucht Martha erst mal wieder Ruhe.

Weitere Infos und Anmeldung zum ersten Treffen am 21. Juni: Melanie Fischer, Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe, Tel. 04441/8707-625.

Dietmar Kattinger, 02.06.2017

Neue Selbsthilfegruppe "Depression" für Frauen

"Seit Anfang 2017 besteht eine neue Selbsthilfegruppe für Frauen "Depression und Ängste" in Vechta, die sich 14-tägig von 17 - 18:30 Uhr im Haus der Caritas, Neuer Markt 30 in Vechta trifft. Die Gruppe besteht aus Frauen verschiedenen Alters. Weitere Teilnehmerinnen sind herzlich willkommen. Die nächsten beiden Termine finden statt am 23.03.2017 und 06.04.2017.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Melanie Fischer in der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg unter 04441/8707-625."

Auch ohne Augenlicht gut leben

Vechta (LCV) Weiße Stöcke, gelbe Binden mit drei Punkten, schwarze Brillen: Viele der 180 Blinden und stark sehbehinderten Menschen aus dem Landkreis Vechta sind am Dienstag, 7. März, ins Rathaus der Kreisstadt gekommen. Der Grund: Die Eröffnung der Ausstellung "Andere Augen" für Blinde und Sehende. Weitere zwei Wochen wird sie in der Reiterstadt zu sehen sein.

180 Menschen sind im Landkreis Vechta blind, 9.000 in Niedersachsen.

"Mein Sohn war nach dem Abitur zwei Wochen in Norwegen, weil er nicht genau wusste, was er mit seinem Leben machen sollte", beschreibt Reiner Stutz die Entstehung der 33-teiligen Ausstellung, die über eine Art Audio-Guide auch für Blinde zu erleben ist.

Zufällig habe sein Sohn Gregor, der sich derzeit in Indien aufhält, bei einem Bauern mitgearbeitet, der erfolgreich einen Hof mit 35 Kühen betrieben hat. Und das, obwohl er mit beiden Augen nur zehn Prozent dessen sehen konnte, was ein gesunder Mensch erblickt.

Damit ging es ihm wie niedersachsenweit 9.000 Menschen, die ebenfalls blind oder sehbehindert sind, sagte die Landesvorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Helga Neumann. "Bei rückläufiger Tendenz." Zahlenmäßig erfasst seien 180 Betroffene aus Landkreis Vechta, sagte Hildegard Stukenborg von der Vechtaer Ortsgruppe des Landesverbandes.

Neben ihr gibt es weitere drei Gruppen in Lohne sowie im Landkreis Cloppenburg in Lastrup und Friesoythe. Als sehbehindert gilt, wer unter Nutzung aller Sehhilfen weniger als 30 Prozent des Normalsichtigen sieht. Als Blind gilt, wer auf diesem Wege weniger als zwei Prozent sehen kann.

Die Ausstellung ist Teil zweier Aktionswochen unter dem Motto "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Weiteres Element der Veranstaltungsreihe ist eine Hilfsmittelausstellung für blinde und sehbehinderte Menschen am Mittwoch, 15. März, von 10 bis 17 Uhr ebenfalls im Rathaus Vechta. Rehabilitationstrainer informieren in dieser Zeit über "Orientierung und Mobilität" sowie "Lebenspraktische Fähigkeiten".

Hört sich das Bild an: Landesvorsitzende Helga Neumann bei der Eröffnung der Ausstellung „Andere Augen“ im Rathaus Vechta

Zwischen 15 und 16.30 Uhr referiert am selben Tag ebenfalls im Rathaus Vechta der Lohner Augenarzt Carsten Burkhard über "Altersbedingte Makuladegeneration".

Eine Tagesfahrt zum Dialoghaus Hamburg bieten die Organisatoren am Freitag, 24. März, von 10.30 Uhr bis um 21.30 Uhr an. In völlig abgedunkelten Räumen werden Besucher durch eine Ausstellungsfläche von 400 Quadratmetern geführt. Sie haben die Möglichkeit, einen Kaffeetisch in völliger Dunkelheit zu decken, Kaffee zu trinken sowie anschließend wieder abzuräumen.

Weitere Infos bei der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe, Melanie Fischer, Tel. 04441/8707-0

Aktionswochen zum Thema "Sehbehinderung"